Endometriose Immunsystem Erfahrungsbericht

Endometriose Immunsystem Erfahrungsbericht chronische Krankheit Erkrankung Schmerzen Rückzug Bedürfnis nach Rückzug
Lesezeit: 5 Minuten

Endometriose - wir sollten mehr darüber reden

Seit langer Zeit steht ein Blogbeitrag über die chronische Erkrankung 'Endometriose' bereits auf meiner Liste. Ich wurde 2009 diagnostiziert. Wenn ich das so schreibe, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Seit 14 Jahren begleitet mich die Erkrankung in vollem Bewusstsein. 

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Seit 2020 tauche ich immer tiefer in die Erforschung der Endometriose ein, und das vor allem aus einer naturheilkundlichen Perspektive. Ich beschäftige mich tiefer mit potentiellen Ursachen und epigenitischen und traumatischen Einflussfaktoren. 

Bevor ich aber mehr ins Detail gehe, ist es mir wichtig, einmal ein Licht auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung zu werfen. In den letzten Wochen ist die Endometriose wieder etwas präsenter für mich geworden, vor allem durch die jährliche Kontrolluntersuchung bei meiner Gyn. Im Auge der Thematik 'Kinderwunsch' ist eine Auseinandersetzung damit ebenfalls unumgänglich und so stand ein tiefgreifender Austausch mit mir selbst an. 

Und während die Auseinandersetzung immer schmerzhafter und schwieriger wurde, fand ein wundervoller Blogbeitrag den Weg zu mir. Durch das Fediverse wurde ich auf Anne's just veröffentlichenten Beitrag zur Endo (so nenne ich sie liebevoll) aufmerksam. Absolut lesenswert und mein finaler Stups in Richtung eigenem Beitrag und Teilen mit der Welt.

Wir sollten mehr darüber reden...


Endometriose - was ist das genau?

Da es so viele Definitionen zum Erscheinungs- und Krankheitsbild der Endometriose gibt, habe ich entschieden, dass ich ChatGPT nach einer individuellen Definition frage. Meine erste Frage though, mit nachträglicher Verfeinerung. Das Ergebnis: eine Definition in fünf Sätzen.

"Endometriose ist eine chronische Erkrankung bei Frauen, die durch das Wachstum von Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle gekennzeichnet ist. Dieses Gewebe ähnelt der Gebärmutterschleimhaut und kann sich im Beckenbereich, den Eierstöcken oder anderen Organen ansiedeln. Die Erkrankung verursacht oft Schmerzen, Entzündungen und Verwachsungen, die zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Darüber hinaus kann Endometriose auch zu Unfruchtbarkeit führen, da sie die Eileiter und Eierstöcke beeinträchtigen kann. Die Diagnose erfordert oft eine Operation, bei der das Gewebe entfernt wird, und die Behandlung umfasst in der Regel Schmerzmedikamente, Hormontherapien oder in schweren Fällen eine Hysterektomie."

Endometriose - meine Krankheitsgeschichte

Da zu viel Fließtext tendenziell ermüdend wirkt, mein Verlauf nachfolgend in short.

  • Mitte 2009: Verdacht auf Endometriose (Gyn)
  • Ende 2009: Bauchspiegelung zur Entfernung einiger Herde und Gewebeentnahme (Diagnosesicherung)
  • Pille im Langzeitzyklus
  • 2013: Absetzen Pille
  •  Mitte 2014: Beschwerden nehmen (wieder) radikal zu, im MRT werden unzählige Herde diagnostiert
  • Ende 2014: OP (6 Stunden aufgrund Darmbeteiligung) und 2-wöchiger Krankenhausaufenthalt
  •  Pille im Langzeitzyklus
  • 2020: Absetzten Pille
  • 2021: Neues Myom am Eierstock hat sich festgesetzt, Langzeitzyklus Pille direkt wieder begonnen, Myom bildet sich selbst zurück
  • 2022: neue Routine durch regelmäßige kurze Pillenpause bei Zwischenblutungen (ca. alle 5 Monate)

Da ich eine relativ schwere Form der Endometriose habe, ist ein Absetzen der Pille jedes Mal risikobehaftet und wird engmaschig von meiner Gyn begleitet um mögliche neue Herde schnellstmöglich zu diagnostizieren. Da mich bei meiner Operation 2014 ein künstlicher Darmausgang als Risiko mit auf den OP-Tisch begleitete, hat sich eine tiefe Angst manifestiert. Auf der anderen Seite nährt mich aber auch der tiefe Wunsch nach Hormon-Freiheit (d.h. keine Pille mehr einnehmen zu müssen), weshalb ich in der Vergangenheit (2020) den erneuten Versuch des Absetztens versuchte.


Endometriose - Annahme & Loslassen

Es gab drei Meilensteine, die mir geholfen haben, besser mit der Erkrankung umzugehen. Sie besser zu verstehen, ehrlicher anzunehmen und sie als ein Teil von mir zu integrieren und ihr mit natürlichen Mitteln entgegenzutreten.

Ein alternativer zugang

Christiane Northrup's Buch "Frauenweisheit Frauenkörper: wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können" veränderte meine Perspektive auf die Endometriose grundlegend. Ich verstand, dass die Ursachen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter tiefer gehen als pure körperliche Disposition oder in der Lotterie des Lebens eine Niete gezogen zu haben. 

In diesem Absatz fand ich mich zu 100% wieder:

„Endometriose ist eine Konflikterkrankung, das heißt, sie entsteht bei Konflikten zwischen emotionalen Bedürfnissen und äußeren Funktionieren. Wenn die innersten emotionalen Bedürfnisse einer Frau den Erwartungen der Außenwelt diametral entgegengesetzt sind, dann bedient sich ihr Körper oft der Endometriose, um sie auf dieses Problem aufmerksam zu machen.“ (S. 186)

Ich möchte nicht zu viel spoilern, denn dieses Buch ist jede Seite und jede Minute des Lesens wert. Mir hat es den Weg zur Selbstannahme und das Wiederentdecken meiner Weiblichkeit geebnet und ich empfehle es aus vollem Herzen. Wenn ihr mir eine kleine Unterstützung zukommen lassen mögt, dann nutzt gerne meinen Amazon-Affiliate-Link

endometriose: Viele gemeinsamkeiten mit einer autoimmun-erkrankung

Als 2014 'Hashimoto' als weitere Erkrankung in mein Leben trat, durfte ich einmal mehr tief durchatmen. Lange Zeit habe ich die beiden Erkrankungen separat betrachtet. Ich kann mich noch gut an ein Gespräch Ende 2019 erinnern, in dem mir zum ersten Mal klar wurde, wie tief die Verknüpfung dieser Krankheiten miteinander ist, und (vermutlich) auch wie eng sie mit meinem Burnout zusammenhängen.

Diesen Beitrag habe ich bewusst 'Endometriose Immunsystem' betitelt, da ich mittlerweile der festen Überzeugung bin, dass das Immunsystem eine zentrale Rolle spielt. Ich vermute, dass ich ein stark geschwächtes Immunsystem habe, was vor allem durch multiple Traumatas in der Kindheit und Jugend bedingt ist. Mangelnde Selbstfürsorge bis Ende 20 (körperlich wie auch mental) und das dauerhafte Funktionieren und 'Stark-Sein' haben diese Immunschwäche vermutlich verstärkt. 

Diese Erkenntnisse halfen mir, beide chronischen Erkrankungen besser einzuordnen - und als Konsequenz - besser annehmen zu können. Das Auftreten beider Krankheiten tritt immer wieder auf, da Frauen mit Endometriose ein erhöhtes Risiko haben, auch an Hashimoto zu erkranken. Auch wenn die Endometriose in der Medizin nicht als Autoimmunerkrankung klassifiziert wird, erfüllt sie in meinen Augen viele Faktoren, die dafür sprechen.

Auch wertvoll

der positive einfluss der Ernährung 

Das Ernährung einen sehr positiven Einfluß auf Körper, Wohlbefinden und Gesundheit haben kann, hat schon länger den Weg in mein Bewusstsein geschafft. Die Ernährungslehre nach TCM ist ein neues Interessengebiet, dass ich seit Anfang 2023 aktiv erforsche und ausprobiere (Link zum Blogbeitrag mit Buchempfehlung).

Durch das Format "Die Ernährungsdocs" bin ich darüber hinaus darauf aufmerksam geworden, wie man sich am besten mit Endo ernähren kann. Spoiler: auch hier gibt es Gemeinsamkeiten zu bekannten Ernährungstipps bei Hashimoto. Mit einem neuen Kapitel in meinem Leben, welches ich Anfang Februar geöffnet habe, werde ich einige der Tipps in den nächsten Monaten in der Praxis testen. Eine histaminarme Ernährung wird dabei mein Hauptfokus sein.

Endometriose & Ernährung ab Minute 22:00

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Endometriose - meine Wünsche

... und warum darüber mehr gesprochen werden sollte.

Es gibt drei konkrete Wünsche, die ich mir für alle Endometriose-Betroffenen wünsche. Sie sind den Überthemen Gesellschaft und Gesundheitssystem zugeordnet.

  1. 1
    Integration und zunehmende Verträglichkeit der Erkrankung mit Berufsleben, Alltag und Leistungsdruck | Bedürfnis nach Rückzug folgen dürfen
  2. 2
    Weniger bis keine Stigmatisierung | das Thema gesellschaftstauglich machen | mit Mut und Stolz darüber austauschen  
  3. 3
    Größere Unterstützung des Gesundheitssystems bei (unerfülltem) Kinderwunsch | z.B. durch bessere finanzielle Unterstützung durch die Krankenkassen oder erleichterter Zugang für eine Adoption)

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen:
Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! 

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